2007 Vernachlässigung und Gewalt


„Was bewirkt die in der Herkunftsfamilie erlebte Vernachlässigung und Gewalt in der Pflegefamilie?“

Im März fand unser Fachtag 2007 in Zusammenarbeit mit der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes statt.
Die Referentin, Hildegard Niestroj, Dipl.-Pädagogin, Frankfurt a.M., gab konkrete Handlungsempfehlungen für die Pflegeeltern.

An realen Beispielen aus ihrer langjährigen Praxis verdeutlichte Frau Niestroj, was die in der Herkunftsfamilie erlebte Vernachlässigung und Gewalt noch lange Jahre danach beim Kind selbst und in der Folge in der Pflegefamilie bewirkt.

Sensibilisiert wurden die teilnehmenden Pflegeeltern und Sozialarbeiter durch die realen von eben diesen Kindern gemalten Bilder aus der Therapiepraxis von Frau Niestroj, aus denen sehr plastisch hervorging, daß wir die alles überschwemmende Angst und Wut des Kindes angesichts des Erlebten trotz aller unserer Bemühungen kaum nachempfinden können.

Ein Junge brachte dies krass zum Ausdruck, als die Therapeutin ein Gesicht malte, daß Angst zum Ausdruck bringen sollte. Das Bild der Therapeutin zeigte in seinem Empfinden lediglich Ängstlichkeit. DAS BILD DES JUNGEN zeigte ungebremst ANGST; schon nur für den Betrachter beklemmend !

Wichtig ist daher, die Wut nicht zu leugnen, ihr Raum zu geben.

Frühe Traumata verschwinden nicht spurlos; in Streß- und Erregungssituationen tauchen sie wieder auf. Das Pflegekind bleibt reizempfindlich. Daher sollten Flashbacks vermieden werden, da das Kind die alten Gefühle so erlebt, als ob es gerade passiert.

Im Umgang mit solch streßbelasteten kritischen Situationen regte die Referentin ein „2-Wege-Modell“ an; soll heißen, traumatisierten Kindern einen Fluchtweg offenzulassen, in dem wir dem Kind 2 Wege anbieten statt ihn zu einem Weg zu zwingen.

Wir danken Frau Niestroj für ihren praxisnahen Fachtag. Am Rande der Veranstaltung wurden durch unsere Vorstandsmitglieder wieder einige persönliche Beratungsgespräche geführt. Unsere Kinder waren in der durch unseren Landesverband organisierten Kinderbetreuung gut aufgehoben.

Wir danken dem Best Western Hotel Prisma in Neumünster für die freundliche Unterstützung.


 

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