2006 „Was benötigen Pflegekinder – Was leisten Pflegeeltern“


Unter Schirmherrschaft der Ministerin Frau Dr. Trauernicht lud der Landesverband nach Neumünster zum Fachtag ein. Mit Prof. Dr. Kurt Eberhard und Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz konnten gleich 2 ausgewiesene Experten des Pflegekinderwesens gewonnen werden. Hier die Bilder vom Fachtag.

Fachtag 2006 „Was benötigen Pflegekinder – Was leisten Pflegeeltern“

Die Antwort von Prof.Eberhard lautete kurz und knapp:

LIEBE – RUHE – STETIGKEIT

An vielen sehr plausiblen Einzelbeispielen unter Vorlage des IPP ( Intensiv Pädagogischen Programms, Berliner Modellprojekt ) machte er deutlich, wie groß der Hilfebedarf für Pflegefamilien mit schwierigen Kindern häufig ist und wie sinnvoll und hilfreich dabei Gesprächsgruppen von ebenfalls betroffenen Pflegefamilien bei der Bewältigung des Alltags mit Pflegekindern sein kann. Mit nachfolgendem Gleichnis regte Prof.Dr. Eberhard an, Rückkehroptionen und Umgangskontakte mit Blick auf das Kindeswohl kritisch zu hinterfragen.

Gleichnis vom verkümmerten Pflänzchen im neuen Mutterboden

Wenn ein Gärtner ein verkümmertes Pflänzchen aus unzulänglicher Erde in gute Muttererde umtopft, wird er dann diese Pflanze immer wieder herausreißen, um sie in ihrem Heimatboden gastieren zu lassen? Oder wird er nicht lieber geduldig warten, bis ihr Wurzelwerk genesen und auch der Heimatboden gründlich saniert ist? Und wird er nicht sogar dann sehr sorgfältig abwägen, ob es vielleicht besser sei, sie dort zu lassen, wo sie endlich aufgeblüht ist?

Eben dieses Gleichnis fand sich in dem dem Vortrag von Prof.Eberhard vorausgehenden Referat von Frau Prof. Zenz gleichermaßen wieder.

In dem Referat von Frau Prof. Zenz ging es um die Bedeutung der Erkenntnisse von Bindungs- und Traumaforschung sowie deren Entwicklung. Frau Zenz machte dabei deutlich, wie wichtig die genaue Planung der Hilfe für Kinder aus hoch belasteten Familien für die Zukunft dieser betroffenen Kinder ist und wie wichtig es für das Kindeswohl ist, störende Einflüsse auszuchließen oder zu beschränken. Nur bei einer durchdachten Vorplanung mit den entsprechenden Zielen für eine bestimmte Pflegeform, ob eine auf Dauer angelegte Unterbringung notwendig wird, ob eine Rückführung ins Auge gefasst werden kann, oder ob nur eine kurze Unterbringung notwendig ist, unter Beachtung der verschiedenen wissenschaftlichen Bedeutsamkeiten, kann für Kinder in Pflegefamilien eine genesende Entwicklung innerhalb einer Pflegefamilie eingeleitet werden. Nach der Mittagspause berichtete Frau Hopp Vorsitzende der BAG KiAP (BundesArbeitsGemeinschaft für Kinder in Adoptivfamilien ) über die Arbeitsschwerpunkte der BAG KiAP seit der Gründung im Januar 2005. Die Arbeit teilt sich innerhalb der Mitglieder auf. Es konnte durch intensive fachbezogene Arbeit an Schwerpunktthemen, ein großes öffentliches Interesse und Ansehen erreicht werden.

Die Arbeitsgruppen am Nachmittag waren gleichmäßig gut besucht. Die Möglichkeit, seine persönlichen konkreten Fragen mit den Fachleuten zu klären, wurde von den Teilnehmern sehr begrüßt und nach der Abschlussrunde konnten wir als Veranstalter zufriedene Teilnehmer nach Hause entlassen.

 

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